EU AI Act 2026: Was Ihr Unternehmen jetzt wissen muss
Die Transparenzpflichten gelten seit dem 2. August 2026, die Hochrisikoregeln wurden auf Dezember 2027 verschoben. Was das für Ihr Unternehmen bedeutet — verständlich erklärt.
KI-Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI-Werkzeugen erstellt und vor der Veröffentlichung von einer Person geprüft und freigegeben. Die redaktionelle Verantwortung trägt die ThinkLocAI UG (haftungsbeschränkt). Mehr zur KI-Transparenz
Die Europäische Union hat das weltweit erste umfassende KI-Gesetz verabschiedet: den EU AI Act. Seit dem 2. August 2026 gelten seine Transparenzpflichten, das Sanktionsregime und die Marktüberwachung. Der Digital Omnibus zur KI — Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026 — hat die Pflichten für Hochrisikosysteme auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Wenn Ihr Unternehmen KI in irgendeiner Form nutzt, von Chatbots bis zur automatisierten Bewerberauswahl, betrifft Sie das. Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen. Ohne Juristendeutsch.
Was ist der EU AI Act?
Stellen Sie sich den EU AI Act als DSGVO für künstliche Intelligenz vor. So wie die DSGVO regelt, wie Unternehmen mit personenbezogenen Daten umgehen, regelt der AI Act, wie Unternehmen KI-Systeme einsetzen. Er gilt für jedes Unternehmen, das in der EU tätig ist — egal, wo das KI-System entwickelt wurde. Der Grundgedanke: Je riskanter die KI-Anwendung, desto strenger die Regeln.
Was jetzt gilt und was verschoben wurde
Der Digital Omnibus hat den Kalender geändert, nicht die Substanz. Seit dem 2. August 2026 in Kraft: die Transparenzpflichten nach Art. 50, die Verbote nach Art. 5, die Regeln für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck sowie Sanktionen und Marktüberwachung. Verschoben: die Pflichten für eigenständige Hochrisikosysteme nach Anhang III vom 2. August 2026 auf den 2. Dezember 2027 und für KI als Sicherheitsbauteil in regulierten Produkten vom 2. August 2027 auf den 2. August 2028. Zwei neue Verbote — KI-erzeugte intime Darstellungen ohne Einwilligung und Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs — greifen am 2. Dezember 2026. Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Art. 4 bleibt, wurde aber abgeschwächt: Sie müssen die Entwicklung der KI-Kompetenz Ihrer Belegschaft fördern, statt ein bestimmtes Niveau zu garantieren.
Die Risikostufen: Wo steht Ihre KI?
Der AI Act teilt KI-Anwendungen in vier Risikostufen ein:
- •Unannehmbares Risiko (verboten): Social Scoring, manipulative KI, biometrische Echtzeit-Überwachung im öffentlichen Raum
- •Hohes Risiko (strenge Regeln, anwendbar ab 2. Dezember 2027): KI bei Einstellungsentscheidungen, Kreditbewertung, Gesundheitsdiagnosen, Gerichtsverfahren, kritische Infrastruktur
- •Begrenztes Risiko (Transparenzpflicht seit 2. August 2026): Chatbots müssen offenlegen, dass sie KI sind; KI-generierte Inhalte müssen gekennzeichnet werden
- •Minimales Risiko (keine besonderen Regeln): Spam-Filter, KI in Videospielen, einfache interne Produktivitätstools
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Wenn Sie KI für Bewerberauswahl, Finanzeinschätzungen oder andere Prozesse nutzen, die das Leben von Menschen wesentlich beeinflussen, fallen Sie wahrscheinlich in die Kategorie "hohes Risiko". Ab dem 2. Dezember 2027 bedeutet das: Sie müssen dokumentieren, wie Ihr KI-System funktioniert, die Ergebnisse auf Voreingenommenheit und Fehler überwachen, detaillierte Protokolle über KI-Entscheidungen führen, menschliche Aufsicht bei wichtigen Entscheidungen sicherstellen und Risikobewertungen vor dem Einsatz durchführen. Die gewonnene Zeit ist kein Grund zu warten: Protokollierung und Aufsicht sind Architekturentscheidungen, und sie nachträglich in ein laufendes System einzubauen wird teuer. Unabhängig von der Risikoklasse müssen Sie Personen schon heute mitteilen, wenn sie mit einer KI interagieren.
Warum On-Premise-KI die Einhaltung erleichtert
Hier wird die Wahl Ihrer KI-Infrastruktur wichtig. Bei Cloud-KI-Diensten vertrauen Sie einem externen Anbieter, die Anforderungen des AI Acts zu erfüllen. Oft können Sie nicht auf detaillierte Protokolle zugreifen, nicht kontrollieren, wie das Modell Daten verarbeitet, oder Aufsichtsbehörden gegenüber volle Transparenz nachweisen. Bei On-Premise-KI haben Sie die volle Kontrolle: Jede Anfrage wird auf Ihren Servern protokolliert, Sie können das gesamte System prüfen und den Behörden genau zeigen, wie Daten durch Ihre KI fließen. Sie sind nicht auf die Compliance-Versprechen eines Anbieters angewiesen.
So bereiten Sie sich vor: Eine einfache Checkliste
Sie müssen nicht in Panik verfallen, aber Sie sollten jetzt anfangen:
- •Bestandsaufnahme: Listen Sie jedes KI-Tool auf, das Ihr Unternehmen nutzt — einschließlich ChatGPT, Copilot und KI-Funktionen in bestehender Software
- •Klassifizieren: Bestimmen Sie die Risikokategorie für jeden KI-Anwendungsfall — jetzt, auch wenn die Hochrisikopflichten erst im Dezember 2027 greifen
- •Anbieter prüfen: Fragen Sie Ihre KI-Anbieter, wie sie den AI Act einhalten wollen
- •Dokumentieren: Beginnen Sie zu dokumentieren, wie KI-Entscheidungen in Ihrer Organisation getroffen werden
- •Infrastruktur überdenken: Prüfen Sie bei Hochrisiko-Anwendungen, ob On-Premise Ihnen bessere Kontrolle und Prüfbarkeit bietet
- •Verantwortung zuweisen: Benennen Sie jemanden in Ihrem Unternehmen, der die KI-Compliance überwacht
Der EU AI Act ist nichts, wovor man Angst haben muss — er ist ein Rahmenwerk, das Vertrauen in KI schafft. Der Digital Omnibus hat Unternehmen bei den Hochrisikoregeln sechzehn zusätzliche Monate verschafft, die Transparenzpflichten werden aber bereits durchgesetzt. Wer sich früh vorbereitet, kann Kunden, Partnern und Behörden zeigen, dass der eigene KI-Einsatz verantwortungsvoll und transparent ist. Fangen Sie mit der Checkliste oben an.
Wie ThinkLocAI unter dem AI Act eingeordnet ist
Unsere Compliance-Seite zeigt die Aufteilung der Pflichten zwischen Anbieter und Betreiber, die für unsere Kunden relevanten Anhang-III-Anwendungsfälle, die Transparenzmaßnahmen nach Art. 50 sowie eine Checkliste für Betreiber.
Zur EU-AI-Act-Seite